Wie man Markttypen zuordnen kann und ins Trading einbindet
6. April 2011 1 Kommentar
Schon des öfteren war in meinem Blog von Marktcharakteren bzw. -typen die Rede und wie wichtig diese für die erfolgreiche Umsetzung der eigenen Handelsstrategien sind. Bei der Findung von neuen Setups habe ich ein außerordentliches Interesse herauszufinden, wann meine Systeme NICHT funktionieren. Oft genügt es, bei meinen Ansätzen lediglich die Handelszeiten zu begrenzen, um die gewünschten Voraussetzungen vorzufinden. Meine “Frühstückstrades” von 8-9Uhr MEZ, bei denen Fehlausbrüche der Tageshochs oder -tiefs gehandelt werden, sind dafür ein gutes Beispiel. In dieser einen Stunde war ich mit diesen Setup bisher am erfolgreichsten. Und nur in dieser Stunde werde ich dieses Setup handeln, solange sich die Marktverhältnisse nicht ändern.
Für einen umfassenderen Blick auf die Marktverhältnisse zur Anpassung der eigenen Handelsstrategien versuchten sich bereits einige Autoren an unterschiedlichen Konzepten. Zwei möchte ich hier kurz vorstellen. In den letzten beiden Traders’-Ausgaben (3 u. 4/2011) unterteilte Thomas Wacker die Märkte in sechs Grundtypen:
- Trendmarkt: deutlicher Lauf in eine Richtung (ideal zum Traden, ca. 20% Anteil)
- Stopp-and-Go-Markt: kleiner Trendmarkt (gut für Trendfolger, ca. 20% Anteil)
- Reversal-Markt: zweifacher Trendmarkt/Markt mit Richtungsänderung (gut zu Traden, ca. 10% Anteil)
- Choppy-Markt: richtungloser Markt (schlecht zu Traden, ca. 20% Anteil)
- Range-Markt: Markt im Seitwärtskanal (sehr gut für Range-Strategien, ca. 1-2% Anteil)
- Wall-of-Fear-Markt: sehr volatiler Markt (schlecht zu Traden, ca. <10% Anteil)
Eine für mich einfachere und übersichtlichere Einteilung unternimmt Christian Lukas. In seiner Kolumne veröffentlichte er ein Modell, das anhand der Volatilität und dem Trendverhalten die Märkte in vier Grundtypen einteilt und lieferte gleich eine simple Grafik mit:
- [1] mit Trend und geringe Volatilität (ideal für Trendtrader, schlecht für Oszillatoren-Trader)
- [2] mit Trend und großer Volatilität (gut für Trend- und Oszillatoren-Trader)
- [3] ohne Trend mit geringer Volatilität (Gift für Trend- und Oszillatoren-Trader)
- [4] ohne Trend mit großer Volatilität (ideal für Oszillatoren-Trader, schlecht für Trendtrader)
Für die Setups, die ich zurzeit verwende, ergeben sich demnach folgende ideale Markttypen:
| Rebound | Typ 1 und 2 (Trendtrade) |
| Frühstück | Typ 3 und 4 (Countertrend) |
| Frühstück 2 | Typ 4 (Countertrend) |
| Momentum | Typ 2 (Trendtrade) |
Bei der ganzen theoretischen Betrachtung darf aber nicht übersehen werden, dass man in der Praxis oft erst in die Falle tappt, um dann später zu erkennen, dass man in einem ungünstigen Markt tradete. Deshalb nützen diese Einteilungen zum einen, um das Traden abzubrechen aber auch zum anderen, um das Marktverhalten über Tage und Wochen hinweg strategisch beobachten zu können und den entsprechenden Handelsinstrumenten zu bestimmten Tageszeiten, Wochentagen, Feiertagen, Terminen usw. fern zu bleiben. Der “Frühstückstrade” funktioniert meist nur in trendlosen Märkten (Typ 3 und 4) und die findet man beim EUR/USD oft zwischen 8-9Uhr .
Euer Börsenphilosoph
| Mein Setup | Bester Typ |
| Rebound | 1 u. 2 |
| Frühstück | 3 u. 4 |
| Frühstück long | 4 |
| Momentum | 2 |

Pingback: Trade #2/97/2011 EUR/USD (6E) -10Pips -$125,00 « Börsenphilosoph Trading